Die Braut, die sich nicht traut..

Aktualisiert: 26. Juli 2018

Warum unser Selbstschutz nicht schützt, sondern sabotiert!


Groß, klein, dick, dünn, hell, dunkel,..wir Alle tun es: Verleugnen und Verdrängen. Und dabei kommt es noch nicht einmal auf die Größe oder Bedeutung der Gegebenheit an, der Mensch hat die eindeutige Tendenz, unangenehmes einfach "wegzudenken". Der Mann, der die Unordnung in der Wohnung geflissentlich ignoriert. Pfandflaschen oder der Sperrmüll werden irgendwo in den tiefen der Wohnung in dunkle Ecken verbannt. Oder ist es doch das unangenehme Gespräch mit der besten Freundin/ Freund oder gar einem professionellen Zuhörer dem wir aus dem Weg gehen, weil wir uns dann insgeheim eingestehen müssten, dass es uns im Moment nicht gut geht und unser Leben nicht so toll läuft wie wir es uns einreden? - Denn aus dem Auge aus dem Sinn, richtig?

Doch warum machen wir alldas obwohl es uns doch eigentlich rational gedacht überhaupt Nichts bringt? - Im Gegenteil, wir schieben und schieben Alles ganz weit weg, nach Hinten wo wir es bloß hoffentlich so lang wie möglich im Dunkeln lassen können bis es uns schlussendlich doch wieder einholt - nur mit mehr Power.





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Es ist eine Selbstschutzreaktion, oder wie Freud sagen würde: eine Art von Abwehrmechanismen. Kein Mensch möchte gerne mit Unangenehmem konfrontiert werden, deshalb finden wir unsere eigenen Methoden, um dieses Unangenehme abzuwehren. Und kurzfristig wird das häufig auch funktionieren. So konditionieren wir uns mit dem kurzfristigen Erfolg unseres Verhaltens der Verdrängung quasi selbst und sabotieren damit unseren langfristigen Erfolg. Und nicht nur das. Genau der selbe Mechanismus verdrängt nicht nur schlechtes, sondern hindert uns auch an Wunderbarem. Wie oft haben wir tolle Ideen oder Wünsche, die wir nie in die Tat umsetzen? Eine Umorientierung im Job, ein Berg der bestiegen werden möchte, eine Weltreise vielleicht? - All dies wird häufig nach Hinten auf "irgendwann" verschoben. Oder besser noch: vielleicht reden wir uns auch ein, dass ginge eh gar nicht, weil wir das nicht können oder keine Zeit haben oder der Hund schwanger ist ODER ODER ODER... und warum? Weil wir Angst haben. Angst vor dem Versagen, Angst vor dem Risiko es könnte etwas schief gehen.

Der Selbstschutz, der uns eigentlich vor Schlechtem schützen und uns Zufriedenheit schenken soll, hinterlässt uns langfristig gesehen Unzufrieden und Unglücklich.



Wir müssen unbedingt lernen, das kurzfristige Glück hinter die langfristige Zufriedenheit zu stellen.

Wir brauchen Ziele und Zwischenziele die wir verfolgen können, um den Erfolg jeder Etappe in kleinen Häppchen genießen zu können. Wir müssen uns sofort beim Erscheinen eines Problems oder einer unangenehmen Situation drum kümmern. Nicht "Aus den Augen, aus dem Sinn" sondern "Aus der Welt schaffen" ist hier wohl das erfolgversprechendere Devise. - Und zwar so schnell wie möglich!

Denn "aus dem Sinn" ist es eigentlich auch garnicht. Es kreucht und fleucht irgendwo unter der Oberfläche des Bewusstseins umher und schaut hier und da dann doch vorbei...meist bevor wir ins Land der Träume verschwinden. Denn zu dieser Zeit haben wir Nichts zur Ablenkung oder Beschäftigung und so drehen und wenden wir uns mit schlechtem Gewissen, ohne in den erholenden Schlaf hinüber zu gleiten.


Lasst uns also schlafen wie ein Baby, uns trauen Dinge zu tun, die wir noch nie getan haben und neue Erfahrungen machen. Lasst uns unangenehmes erledigen, Probleme lösen und nicht aufschieben. Lasst uns Schwächen zugeben um die Chance zu erhalten sie zu meistern und in Stärken umzuwandeln.

Wir sind hier um zu Lernen. Und gelernt werden kann nur das, was vorher noch nicht gekonnt war.


Namasté.


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